Telefonat mit Paulus vom Sonntag 21-09-19
Bluehorse: Hallo Paulus
Paulus: Hallo Bluehorse. Warum rufst Du an?
Bluehorse: Passt es Dir gerade nicht? Du klingst etwas genervt.
Paulus: Du glaubst ja gar nicht, mit welchem Sch..ß man sich hier befassen muß, wenn man Telefondienst hat.
Bluehorse: Ja, die Ungläubigen machen einem das Leben schwer.
Paulus: Genau das meine ich eigentlich nicht. Die Ungläubigen haben ein ganz anderes Problem. Sie rufen doch nie an.
Bluehorse: Und wer nervt Dich dann?
Paulus: Es ist der fromme Typ, der ständig von Frieden und Freundschaft spricht.
Bluehorse: Was hast Du dagegen? Klingt doch sehr christlich!
Paulus: Nun, die Erfahrung lehrt folgendes:
Wenn Frauen ständig über Frieden und Freundschaft sprechen, dann meinen sie im guten Fall einen Nichtangriffspakt und im schlechten Fall planen sie eine Verschwörung gegen eine andere Person, wobei es sich dabei meistens um eine Frau handelt, gegen die sich die Verschwörung richtet.
Bluehorse: Aber Männer machen es besser, oder?
Paulus: Wenn sie schweigen, besteht Hoffnung.
Aber sobald Männer anfangen, die in ihren Augen wichtigsten Werte aufzuzählen, wie Friedfertigkeit, Ehrlichkeit, Treue, Fairness, Glaube etc etc... dann weiß zumindest ich ganz genau, wo der Hund begraben ist.
Bluehorse: Und warum nervt Dich das? So sind sie eben, die Menschen. Sie sprechen und schreiben eben gerne über das, was sie gerne hätten.
Paulus: Mich nerven ihre Anrufe im Himmel. Die vorgenannten frommen Menschen fragen, warum die anderen nicht friedfertig sind und was man dagegen unternehmen könnte oder sollte. Die absolute Härte: Jesus soll etwas tun!
Diese Anrufe gelangen indirekt zu mir. Engel nehmen die Anrufe entgegen und fragen dann mich, was sie antworten sollen.
Bluehorse: Und was rätst Du? Wie sieht die Antwort aus?
Paulus: Ich gebe den Engeln Seminare auf dem Gebiet Konfliktmanagement und sie sollen den Menschen bei der Umsetzung helfen.
Bluehorse: Wie muß ich mir das vorstellen?
Paulus: Der erste Seminarteil behandelt das Gewissen.
Bluehorse: Was verstehst Du darunter?
Paulus: Das Gewissen ist die leise Stimme im Inneren - dort, wo die Akustik so schlecht ist.
Bluehorse: Und was sollen Engel da machen?
Paulus: Lauter sprechen!
Bluehorse: Hilft das denn immer?
Paulus: Nicht immer. Wenn Menschen sich bekehren, zeigt der Heilige Geist schon auf, was sich ändern sollte. Jedoch bleiben Christen in ihrem Wachstumsprozess stecken, wenn sie dann doch das Gewissen für etwas halten, was sie an der Entfaltung ihrer Persönlichkeit hindert.
Das lautere Sprechen hilft auch nicht bei denen, die das Gewissen für einen Teil des Menschen halten, der in Alkohol löslich ist. Sprechen Engel lauter, nimmt nur der Alkoholkonsum zu.
Bluehorse: Und wie gehst Du dann vor? Ich meine, wie lautet Dein Rat?
Paulus: Dann kommt mein zweiter Seminarteil. Ich erkläre, dass das Gewissen zu unserer individuell unterschiedlichen Angst führt.
Bluehorse: Was hat Gewissen mit Angst zu tun?
Paulus: Das Gewissen zeigt auf den neuralgischen Punkt im Menschen. In diesem neuralgischen Punkt sitzt die Furcht vor dem Ungewissen.
Bluehorse: Das verstehe ich nicht.
Paulus: Schau mal. Wenn jemand Jesus nachfolgen bzw. mit Jesus leben will, dann geht das nur über Veränderungen. Veränderungen werden vom Heiligen Geist initiiert oder angeregt. Es gibt Erkenntnis, die der Heilige Geist schenkt - aber dazu gehört eben auch das Tun, also die Übersetzung der Erkenntnis in den Alltag. Das Wesen der Übersetzung in den Alltag ist ein neuer Schritt, oft sogar Plural = mehrere neue Schritte.
Bluehorse: Aber warum soll das jetzt schwer oder mit Furcht begleitet sein?
Paulus: Nun, Menschen wissen aus Erfahrung um das Gute, was sie erwartet, wenn sie egoistisch handeln. Hätten sie keine positive Erwartungshaltung, würden sie nicht egoistisch handeln.
Aber bei jedem neuen Schritt, den Menschen mit Jesus tun könnten, fehlt es an Erfahrung, dass da auch etwas Gutes bei raus kommt. Insgeheim haben viele Christen die unbestimmte Furcht, dass es irgendwie doch nicht so gut ausgehen könnte, wenn sie jetzt diesen oder jenen neuen Schritt ins Ungewisse tun.
Und dann gibt es noch die Ängstlichen und die Verwaltungsangestellten unter den Christen. "Das hab ich ja noch nie getan. Ich bleibe lieber auf der gewohnten, sicheren Seite."
Bluehorse: Und wie sieht Deine Lösung aus?
Paulus: Nun, wir wissen alle: Liebe treibt die Furcht aus. An der Stelle ist es wichtig aufzuklären, dass mit Liebe hier nicht die Verteilung von Streicheleinheiten gemeint ist. An anderer Stelle mögen Streicheleinheiten wichtig sein, aber wenn es um Frieden und um Freundschaft geht, ist zunächst Aufräumarbeit angesagt und das wiederholt sich von Zeit zu Zeit.
Bluehorse: Das verstehe ich nicht.
Paulus: Heute bist Du aber kein Schnellmerker.
Stell Dir eine Freundschaft wie ein gemeinsames Wohnzimmer vor. Alles was ungemütlich ist oder zum Unwohlgefühl auch nur bei einer der beiden Personen beiträgt, wird ausgemistet.
Freundschaft bedeutet, dass man ausmistet, was immer "bei Dir oder bei mir" zum Unwohlgefühl beiträgt. Das Schweigen führt nur zur Anhäufung von Mist. Da hilft es auch nicht, wenn man über Freundschaft und über Frieden nette Worte verliert. Streicheleinheiten sind kein Ersatz dafür, das Erforderliche zu tun. Ganz falsch verhalten sich oft die Zarten und Empfindlichen "lieber nicht darüber reden". Da könnten Empfindsamkeit und Zartheit eine Umschreibung für Bequemlichkeit oder für Feigheit sein, etwas Unangenehmes zur Sprache zu bringen und auszudiskutieren, wegzuräumen.
Sensibel sein, das Bedürfnis des Anderen erkennen und eigene Bedürfnisse ohne Scheu äussern können, führt zum Reden - und dem sollte dann der Ausmistprozess folgen.
Da braucht hier niemand im Himmel anzurufen und darum bitten, dass ein Engel zum Ausmisten nach unten abgeordert wird!!!
Liebe bedeutet, dass der Liebende im Rahmen seiner Kompetenzen zum Wohl des Anderen beiträgt. Das führt zum Frieden. Das führt zur Freundschaft.
Bluehorse: Ok, das ist leicht zu verstehen. Liebe hat was mit praktischem Denken und Tun zu tun. Frieden, Freundschaft, Hoffnung und andere schöne Begriffe haben etwas mit praktischem Denken und Handeln zu tun.
Paulus: Hast Du schon den Müll runtergebracht?
Hallo? Hörst Du mich? Halloooooo?
Weg ist er... hört auch nur, was er hören will.
ich freue mich über anregende Kommentare oder auch Fragen....