Östrogen unterstützt Frauen als Jägerinnen im Großen Greben

Östrogen unterstützt Frauen als Jägerinnen im Großen Greben
Eine große Rolle spielt dabei die neue Erkenntnis, dass Frauen physiologisch besonders gut für Ausdaueraktivitäten geeignet sind. Studien zeigen, dass das Hormon Östrogen eine entscheidende Rolle im weiblichen Stoffwechsel spielt, indem es den Körper dazu anregt, gespeicherte Fettreserven zu nutzen und dadurch Ermüdung verzögert.

Zudem verfügen Frauen über mehr Slow-Twitch-Muskelfasern, die es ihnen ermöglichen, über längere Zeiträume hinweg Energie aufzubringen. Diese ermüden langsamer als Fast-Twitch-Muskeln, von denen Männer mehr haben als Frauen – 

eine Eigenschaft, die gerade bei der Jagd auf weite Strecken von Vorteil ist. 

Diese Tatsache widerspricht der Annahme, dass körperliche Unterschiede Frauen davon abgehalten hätten, Jagdstrategien zu entwickeln und erfolgreich zu sein.

Arbeitsteilung der Urzeit weit flexibler als angenommen

Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse machen deutlich, dass die evolutionären Rollen von Männern und Frauen viel flexibler waren als bisher angenommen. 

Die Arbeitsteilung der Menschheit war in der Urzeit weniger starr und stärker von der Verfügbarkeit der Ressourcen und den individuellen Fähigkeiten der Gemeinschaftsmitglieder abhängig.

Diese Erkenntnisse bieten eine neue Sichtweise auf die Rolle der Frau in der Evolution und legen nahe, dass die Arbeitsteilung im Zuge der Sesshaftwerdung vor etwa 10.000 Jahren und dem Aufkommen der Landwirtschaft allmählich starrer wurde.

Es ist also an der Zeit, das Bild der „Höhlenfrau“, die den Männern das Feld überlässt, zu überdenken. Frauen waren von Anfang an aktiv an der Nahrungssicherung beteiligt. 

Ein besseres Verständnis unserer Vergangenheit gibt uns nicht nur ein umfassenderes Bild der frühen Menschheitsgeschichte, sondern stellt auch moderne Geschlechterrollen infrage. 

Denn die Jagd und damit die Erhaltung unseres Lebens lag nie nur bei den Männern – sie obliegt uns allen.

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