für die "Lehre des Christus"
Wenden wir uns nun dem Apostel Johannes zu. Gemäß seinen Briefen ist der Herr Jesus
Christus exakt dann in unser Fleisch gekommen, wenn wir wirklich in Christus sind und der
Heilige Geist diese Tatsache persönlich in unserem Herzen bezeugt (1.Joh.4,2). (Wie dies
genau zu verstehen ist, stellte ich ausführlich im eingangs erwähnten Vortrag dar "Pass auf,
dass Du kein Antichrist wirst!"

Johannes erwähnt in 1.Joh.4,2; 6 in einem Nachsatz ein wichtiges Element: Sobald wir
den Herrn Jesus Christus tatsächlich in unserem Fleisch tragen, dann sind wir aus Gott. Ich
beanspruche diese Tatsache für mich kindlich und praktisch. Wenn ich z.B. an meine Brust
klopfe, dann kann ich sagen, dass ich aus Fleisch, Blut und Knochen bestehe. Diese Wahrnehmung können wir auf die Aussage von Johannes übertragen. Er sagt uns nämlich ganz
einfach: "Wenn ihr Christus in eurem Fleisch habt, dann seid ihr aus Gott – d.h. ihr besteht
dem Wesen nach aus Jesus Christus und damit aus Gott. Eine gewaltige und herrliche Offenbarung!
Johannes hat bekanntlich neben seinen drei Briefen auch das Buch der Offenbarung Jesu
Christi geschrieben. "Offenbarung" müsste eigentlich genau mit "Enthüllung" übersetzt werden. In diesem letzten Buch der Bibel wird uns daher in sämtlichen Aussagen und prophetischen Bildern u. a. der Herr Jesus Christus (und Seine wahre Gemeinde) enthüllt. Unter dem
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Begriff "Christus" verstehen wir nicht nur den Herrn Jesus Christus als Persönlichkeit, sondern
er meint auch ein Ganzes, das aus zwei Dingen besteht: das Haupt, das der Herr Jesus Christus selbst ist, und den Leib, der aus vielen Gliedern besteht. Deshalb ist die "Lehre des Christus" nicht nur die Lehre von "Christus in uns" oder von "Christus in unserem Fleisch", sondern
es ist auch die Lehre von Jesus Christus, dem Haupt, und Seinen wahren Gliedern – oder die
Lehre von Seinem tatsächlichen Leib, der wahren Gemeinde oder dem wahren Volk Gottes.
Das Buch der Offenbarung enthält die Enthüllung von Jesus Christus und Seinen wahren Gliedern, Seinen Brüdern. Es ist die Enthüllung des ewigen Sohnes Gottes und all jener Menschen, die in Christus ebenfalls Söhne Gottes geworden sind. Auch das ebenfalls ein faszinierendes Thema!
Durch die vier Evangelien im Neuen Testament werden uns grundsätzliche Informationen
überliefert, wer Jesus Christus war, was Er lehrte und wirkte. Doch durch die Lehrbriefe, v. a.
des Paulus und Johannes, lernen wir nun zusätzlich, wie wir ganz in den Herrn Jesus Christus
hineinkommen, wie Er ganz in unser Fleisch hineinkommt, wie Er unser Leben wird, wie wir
aus Jesus Christus oder aus Gott bestehen können, wer wir in Christus sind und was dann in
unserem Leben praktisch geschieht. Doch dies alles hat einen gemeinsamen Nenner: den
Herrn Jesus Christus. Alles, was im Wort Gottes und nach Gottes ewigen Gedanken wirklich
zählt, läuft immer und ausschließlich über den Namen und die Person Jesus Christus!
Viele gläubige Menschen erwähnen z. B. am Ende ihrer Gebete immer den Namen Jesus.
Er wird meistens nur wie eine Floskel angehängt, doch das ist grundfalsch und verkommt faktisch zu einer Art magischer Beschwörungsformel. Natürlich ist es korrekt, im Namen Jesus
zu bitten – aber dieser Name darf nicht wie eine Art magische Formulierung verwendet werden. Es geht nämlich in letzter Konsequenz um etwas völlig anderes.
Wenn wir den Namen Jesus Christus ansprechen, so bedeutet dies, dass wir uns bewusst
und im kindlichen Glauben mit der Persönlichkeit und dem Wesen von Jesus Christus verbinden und dann aus dieser Verbindung und Stellung bitten oder handeln. So finden wir beispielsweise im Zusammenhang mit der Glaubenstaufe in der Apostelgeschichte und in den
Lehrbriefen stets die Formulierung, dass Menschen in den Namen Jesus Christus getauft
wurden. Es steht ausdrücklich nicht, dass sie in den Namen des Vaters, des Sohnes und des
Heiligen Geistes getauft wurden, wie es aus der Sicht von Mt.28 noch definiert wurde.
Warum wurde im Vollzug dieser Anweisung nachher ausschließlich in den Namen Jesus
Christus getauft? Die Begründung ist nichts als logisch. Der Name von Jesus Christus ist nicht
"Sohn" – das ist Seine Stellung oder Funktion. In den Namen Jesus Christus zu taufen bedeutet, dass wir mit dem gesamten Leben, dem Wesen und der Persönlichkeit des Sohnes Gottes
vereinigt werden, dessen Name eben Jesus Christus ist. Mit einem Namen wird eine Persönlichkeit definiert. Wird in einen Namen hineingetauft, so bedeutet dies anders ausgedrückt,
dass wir mit dessen Wesen, Werk, Leben und ewiger Existenz dieser Person vereinigt oder
identifiziert werden.
Damit wird klar, dass wahre Errettung, wahre Erlösung oder Versöhnung, Reinigung, Heiligung usw. nur auf einem Weg möglich ist: durch die totale Verschmelzung mit dem Herrn
Jesus Christus, eben mit Seinem Namen. Das ist der zentrale Inhalt der "Lehre des Christus"
– dem absoluten Zentrum unseres Glaubens
für die "Lehre des Christus"
Damit wir die von Gott begründete "Lehre des Christus" verstehen können, benötigen wir
korrekte Informanten oder Offenbarungsträger, die uns diese Lehre korrekt vermitteln. Andernfalls wird über kurz oder lang alles schieflaufen. Bei der göttlichen Inspiration des Wortes Gottes sorgte der Heilige Geist dadurch vor, dass Er durch bestimmte Offenbarungsträger die
Lehrbriefe im Neuen Testament diktiert hat. Hinsichtlich der "Lehre des Christus" gebrauchte
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Er dazu v. a. zwei Apostel, die inspiriert vom Heiligen Geist wesentliche Bestandteile dieser
Lehre niederschrieben, nämlich die Apostel Paulus und Johannes. Wie bereits erwähnt, formulierte dabei Paulus eher die "theoretischen" Grundlagen. Zwei Präpositionen, die für Paulus
typisch sind und mit denen er ständig in seinen Lehrbriefen arbeitete, lauten "in" und "mit". So
finden wir immer wieder in seinen Briefen den Begriff „in Christus“. So im eben zitierten Vers
aus 1.Kor.1,30: ... von ihm aber kommt es, dass ihr in Christus Jesus seid.
Weitere typische Ausdrücke von Paulus sind Wortkombinationen wie: mitgekreuzigt, mitgestorben, mitauferweckt, mitauferstanden. Die Präpositionen "mit" oder "in" stehen dabei
stets im Zusammenhang mit einem Personennamen – mit dem Namen Jesus Christus. Damit
will Paulus immer das Gleiche aussagen: Ihr müsst in Christus sein – oder ihr müsst mit Christus in einem bestimmten Zustand sein, nämlich z.B. mit Ihm gekreuzigt. Das bedeutet, dass
wir die Mitkreuzigung unseres eigenen alten Menschen persönlich zu erleben haben. Dies
führt dann in der Folge zum Mitsterben des alten Menschen in Christus und schließlich zum
Mitauferwecktwerden in Christus.
Haben wir die Mitkreuzigung unseres alten Menschen tatsächlich erfahren, dann tragen
wir gemäß Paulus den Herrn Jesus Christus in unserem Fleisch. Dies erwähnt er u. a. sehr
schön in 2.Kor.4,11: Denn ständig werden wir, die Lebenden, dem Tod überliefert um Jesu
willen, damit auch das Leben Jesu in unserem sterblichen Fleisch offenbar werde. Klarer
können wir diese herrliche Tatsache wohl kaum mehr darstellen – ... damit auch das Leben
Jesu in unserem sterblichen Fleisch offenbar werde. Das ist die exakte Konsequenz davon,
dass wir uns effektiv in der "Lehre des Christus" befinden oder dass wir sie verstanden und
angewendet haben. Also ist der zentrale Inhalt dieser Lehre gemäß Paulus, dass wir den Herrn
Jesu Christus in unserem sterblichen Fleisch tragen.